aktueller Investorenbrief

Spitzenjahrgang für den LOYS GLOBAL im Jahr 2009

Sehr geehrte Mitinvestoren im LOYS GLOBAL,

mussten wir das Jahr 2008 noch als „Annus Horribilis“ bezeichnen, so kommt dem nun zuende gegangenen Jahrgang das Attribut „Annus Delectabilis“ zu. Ein  Anteilswertzuwachs von 36,96 % lässt uns versöhnlich auf das Börsenjahr 2009 zurückblicken. Dabei ist zu beachten, dass Ihr persönliches Anlageergebnis selbstverständlich von Ihrem individuellen Einstandskurs abhängig ist.

Insgesamt haben sich unsere vor Jahresfrist geäußerten Erwartungen bewahrheitet, die wir, umgeben von einem Meer der Schwarzseherei, am 31.12.2008 abgegeben hatten. Damals schrieben wir:

„Trotz aller Unbill  bestehen in den kommenden Monaten an den Börsen durchaus gute Chancen auf Kurssteigerungen. Wirtschaft und Börse laufen nicht stets synchron, die Börse antizipiert die ökonomische Entwicklung. Während die Wirtschaft erst vor kurzem ihre Talfahrt begonnen hat, befinden sich die Börsen bereits seit 21 Monaten in der Baisse. Da Übertreibungen zum Wesen der Aktienmärkte gehören, ergeben sich sogar etliche interessante Kaufgelegenheiten. Der Hauptkonkurrent der Aktie, die festverzinsliche Anlage, ist in unseren Augen derzeit sehr unattraktiv. Zudem sind Aktien historisch niedrig bewertet.“

Wir dürfen die gute Entwicklung des LOYS Global im Jahr 2009 auf die konsequente Umsetzung unserer Strategie zurückführen, die darin besteht, auf globaler Basis Beteiligungen an unterbewerteten Qualitätsunternehmen auf Zeit einzugehen. Nachdem wir problematischen Börsensegmenten wie z.B. Banken und Verlustunternehmen seit Jahren bewusst ausgewichen sind, konnten wir von der Rückbesinnung auf bewährte Qualität profitieren.  Bestes Beispiel hierfür ist unsere größte Position Bijou Brigitte, die am 31.12.2008 noch bei 83,55 EUR notierte. Im Tief war der Titel sogar bis ca. 60 EUR gefallen. Heute muss man 117,50 EUR für die Aktie bezahlen. Im Hoch stand Bijou Brigitte vor Jahren bei 248 EUR. Noch drastischer sieht die Lage bei unserer derzeitig zweitgrößten Position Bechtle aus. Diese Aktie stand am 30.12.2008 bei 13,66 EUR, während ihr Tief bei ca. 9,70 EUR lag. Inzwischen notiert Bechtle bei 18,80 EUR und damit weit unterhalb ihres historischen Hochs von 35 EUR. Gleiches gilt für unseren drittgrößten Wert, die amerikanische Timberland, die am 31.12.2008 bei 11,55 USD stand. Heute kostet die Aktie 17,93 USD und ist damit weit unter ihrem Höchststand von 39,29 USD notiert. Erwähnenswert ist auch, daß uns mit IDS Scheer und Aleo Solar im Jahr 2009 zwei hoch gewichtete Aktienpositionen zu attraktiven Konditionen von strategischen Investoren (Software AG und Robert Bosch GmbH) abgekauft wurden.

Trotzdem bedurfte es starker Nerven, um die heftigen Kursausschläge des LOYS Global im Jahr 2009 mit Gelassenheit zu ertragen. Glücklicherweise hatten die LOYS Investoren hinreichend Vertrauen in das Fondsmanagement, so dass wir zu den wenigen Fondsmanagementhäusern gehören, die über Nettomittelzuflüsse berichten dürfen. Andererseits ist es bedauerlich, dass in den letzten 12  Monaten nicht noch mehr Anleger von einer klug betriebenen Aktienfondsanlage bei LOYS überzeugt werden konnten. Dabei meinten wir durch unseren transparenten und konsequent praktizierten Anlagestil die Vorteile einer Beteiligung an dynamischen Sachwerten hinreichend verdeutlicht zu haben. Insbesondere glaubten wir die Richtigkeit antizyklischen Handelns oftmals in der Vergangenheit dargestellt zu haben. Aber leider offenbaren die einschlägigen Statistiken, dass viele Anleger Aktienfonds erst dann für interessant halten, nachdem diese kräftig im Kurs gestiegen sind. Das Haus LOYS vertritt demgegenüber den Standpunkt, den Kauf von Aktien nicht in Abhängigkeit der jeweils jüngeren Kursentwicklung sondern auf der Basis des Verhältnisses von Wert und Preis zu treffen. Aller signifikanten Börsenerfahrung gemäß sollte man Aktienfonds kaufen, nachdem Aktien durch Kursverfall preiswert geworden sind, genau wie man es bei anderen Gütern auch zu tun pflegt. Wir werden nicht nachlassen, diese seit mehr als einhundert Jahren bewährte Erkenntnis erstens im LOYS Global konsequent zu praktizieren und zweitens sie auch deutlich und oft zu artikulieren.

Börsen- und Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2009

Das Börsenjahr 2009 stand zunächst im Zeichen des Themas ‚Weltwirtschaftskrise’, nachdem die vormalige ‚Subprimekrise’ zur ‚Bankenkrise’ mutierte und dann in eine Rezession mündete. Der rasche Rückgang der Wirtschaftsleistung führte im ersten Quartal 2009 zu kräftigen Umsatzrückgängen in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsgewerbe, nachdem bereits im vierten Quartal des Jahres 2008 eine empfindliche Produktionskürzung zu verzeichnen war. Aber schon im 2. Quartal 2009 begann die Wirtschaft sich zu erholen, wenn man von Amerika und Großbritannien absieht. Kreditfinanzierte staatliche Programme wurden weltweit zur Stimulierung der Wirtschaft aufgelegt. Insbesondere die Abwrackprogramme für Automobile werden längerfristig in Erinnerung bleiben. Ebenso verhält es sich mit den Bankenrettungen. Nachdem im Vorjahr nahezu alle größeren Banken und Versicherungen zu ‚systemrelevanten’ Institutionen erklärt wurden, ist die Oligopolisierung der Branche weiter vorangeschritten. Heute sind die großen Finanzinstitute größer, politisch einflussreicher und insofern systemrelevanter denn je. In Deutschland ist der Staat mit seinem Sparkassen- und Landesbankensystem immer schon ein bedeutsamer Mitspieler gewesen. Hypo Real Estate und Commerzbank ergänzen jetzt das staatliche Finanzimperium hoheitlicher Prägung. Nicht viel besser liegen die Dinge in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Dort hat sich der Staat unter der Zusammenbruchsdrohung der Banken als wohltätig erwiesen und das Fortbestehen der ihm wichtig erscheinenden Institute gewährleistet.  Für den ehemals größten Autobauer der Welt, General Motors, gilt Gleiches. Er wurde verstaatlicht und hat jetzt kein Finanzierungsproblem mehr, alldieweil die USA ungeachtet der dortigen Neuverschuldungsexzesse mit der höchsten Bonitätsbenotung durch amerikanische Ratingagenturen ausgestattet ist. Daher ist auch nicht nachvollziehbar, warum die marode deutsche Tochtergesellschaft Opel durch deutsche Steuergelder unterstützt werden soll. Das Staatsunternehmen GM hat durch seinen Hauptaktionär USA nahezu unbegrenzt Zugang zum Kapitalmarkt.

Weniger günstig verliefen die vielen kleineren Insolvenzen, die in einer Marktwirtschaft stets Folge von Rezessionen sind. Arcandor steht beispielhaft für Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren auf des Messers Schneide standen und nunmehr von der Rezession vollends niedergeworfen wurden. Ordnungspolitisch ist allerdings bedenklich, wie sehr große Unternehmen sich auf die Protektion des Staates verlassen dürfen. Wäre es nicht klüger, im Zweifel das Gesunde, wenngleich es auch noch klein sein mag, im Wachstum zu fördern als das Überkommene künstlich am Leben zu halten? Hier zeigt sich, dass die Korruption des 21. Jahrhunderts in der subtilen Form des Lobbyismus daher schleicht und allgegenwärtig ist. Im letzten Herbst ließ es in diesem Zusammenhang aufhorchen, dass angelsächsische Rechtsanwaltskanzleien mit der Ausarbeitung deutscher Gesetze vom Wirtschaftsministerium betraut werden. Überhaupt zeigt sich der kulturelle Einfluss der USA nicht nur in Sprache, Kultur und Medien sondern auch in der schleichenden Übernahme angelsächsischen Rechts. Der faktische Freikauf des ehemaligen Postchefs und verurteilten Steuerhinterziehers Zumwinkel entspricht der US-Gepflogenheit, sogenannte „Plea Bargains“ zu schließen. Mit dem Staat lassen sich eben die besten Geschäfte machen. An der Börse ist das Phänomen amerikanischen Einflusses seit Jahrzehnten evident. Ohne die Weltleitbörse Wall Street bringen die europäischen Eigenkapitalmärkte wenig Eigenständiges zusammen. Daran wird sich in der absehbaren Zukunft nichts ändern. Eine Chance auf Eigenleben besitzt jedoch China. Das Reich der Mitte erlebte im Jahr 2009 eine spektakuläre Börsenrallye und fand, nicht zuletzt aufgrund des größten Stimulierungsprogramms der Welt, auf seinen Wachstumspfad zurück. Ähnlich erging es Brasilien und Indien. Russland hingegen, das in den letzten Jahren oft mit diesen drei Ländern in einem Atemzug genannt wurde, erfuhr eine deutliche Schrumpfung seiner Wirtschaftsleistung. Das Land hat es bislang nicht geschafft, über seinen Status als Rohstofflieferant hinauszukommen. Abgesehen davon dürfen wir als Investoren nicht völlig unbeachtet lassen, wie es in diesen Ländern um die Themen ‚Menschrechte und Demokratie’ bestellt ist. 

Rohstoffe waren es auch, die im Jahr 2009 große mediale Aufmerksamkeit beanspruchten. Vor allem Gold erfreut sich seit vielen Monaten erstaunlicher Öffentlichkeitswahrnehmung. Dabei waren die Preissteigerungen bei anderen Metallen und Rohstoffen wie Silber, Kupfer, Zucker und Tee, um nur einige zu nennen, viel ausgeprägter als beim Gold. Hier offenbart sich einmal mehr, wie mediale Verzerrungen für asymmetrische Wahrnehmungen an der Börse sorgen können. Der wichtigste Rohstoff der Welt, Erdöl, konnte im Jahr 2009 um 80% zulegen, nachdem er im Vorjahr jäh von seinem Höhenflug auf 40 US-Dollar abgestürzt war. Bedenklich bleibt, wie sehr die Preisbildung im Rohstoffbereich durch Finanzanleger dominiert wird.

Das Lebensthema „Aufstieg, Hybris und Verfall“ wurde zuletzt um das Kapitel ‚Dubai’ ergänzt. Die bemerkenswerte Expansion des kleinen Wüstenemirates der letzten Jahre war zu stark schuldenfinanziert. Wie so oft zeigt sich erst in schlechten Zeiten, dass die vielbejubelte Erfolgsgeschichte von Anfang an auf fragilen finanziellen Fundamenten stand.
Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass Deutschland eine neue Regierung bekommen hat. Ob sich dadurch am jahrzehntelangen Trend der Sozialdemokratisierung Deutschlands etwas ändern wird ist allerdings fraglich. Seit Dekaden ist es gängige Praxis aller deutschen Regierungen, zu Lasten kommender Generationen zu wirtschaften. Wenn der Staat es also vormacht, wen wundert es dann, dass auch in der Bevölkerung der Hang zum Leben oberhalb der eigenen Verhältnisse zunehmende Verbreitung findet. Es besteht in Deutschland weitgehend Konsens, dass dem Staat das fürsorgliche Attribut ‚Vater’ zukommt. So nimmt es denn auch nicht Wunder, das eine stetig wachsende Zahl an Haushalten und Individuen staatlich alimentiert wird, während eine schrumpfende Anzahl von Haushalten Einkommensteuern bezahlt. Längst rächt es sich, dass die deutsche Bevölkerung in viel zu geringer Weise Eigentümerin ihrer eigenen Volkswirtschaft ist (die Aktien der DAX Konzerne befinden sich mittlerweile zu ca. 52% in ausländischen Händen). Aber die jahrzehntelange Vernachlässigung der Aktienanlage hat inzwischen deutliche negative Konsequenzen gezeitigt. Nicht nur hat Deutschland einen vergleichsweise mickrigen Aktienmarkt und keine Aktienkultur; die Alters- und Gesundheitsvorsorge des Landes basiert viel zu stark auf schwachrentierlichen und mit weiteren Problemen versehenen Anlageformen.

Die erfolgreiche Entwicklung des LOYS Global in den letzten 5 Jahren kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass Aktienanlagen in Deutschland nach wie vor ein Schattendasein führen. In kaum einem entwickelten Industrieland ist der Besitz der breiten Bevölkerung am Produktivvermögen so gering wie in der Bundesrepublik. Dabei zählt die deutsche Wirtschaft ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Volkswirtschaften weltweit und der Spareifer der Deutschen ist bestens dokumentiert. Erstaunlicherweise präferieren die Deutschen aber seit 50 Jahren tendenziell schwach rentierliche, kaum liquide und oft auch riskante Anlageformen gegenüber der Anlage in guten Aktienfonds. Nachdem jedoch der Generationenvertrag aus demographischen Gründen nicht mehr eingehalten werden kann, müsste für jedermann erkennbar sein, dass private Alters- und ggf. Gesundheitsvorsorge überwiegend durch Investitionen in dynamische Substanzwerte erbracht werden müssen, um den Lebensstandard zu erhalten. Wie soll das aber gelingen ohne hinreichende Anteile am Produktivvermögen, sprich Aktien? Von der Vision des „Wohlstands für alle“ entfernen wir uns, wenn wir meinen, die Menschen in dem naiven Glauben belassen zu sollen, mit Nominalanlagen für die Zukunft gut gerüstet zu sein. Der stetige Vermögensraub namens Inflation bedroht die Kaufkraft der Ersparnisse zusätzlich. Hier steht sogar großes Ungemach ante portas. Angesichts dieses Befundes ist schwer zu sehen, wie die Herausforderungen ohne global betriebene Aktienanlage gemeistert werden können. Naiv wäre es allerdings, von der neuen Regierung hier wesentliche Abhilfe zu erwarten. Stattdessen gilt seit Jahresanfang 2009 die Abgeltungsteuer, die möglicherweise potentielle Anleger zusätzlich abgehalten hat, an der guten Börsenentwicklung des Jahres 2009 teilzuhaben.

Insgesamt ist aber die Wirtschaftskrise besonders in Deutschland bislang erstaunlich folgenlos geblieben. Geradezu sensationell ist etwa die bisherige Stabilität am Arbeitsmarkt. Gleiches kann auch von der Schweinegrippe gesagt werden, die zur Pandemie erklärt wurde; dann aber als Lachnummer abklang. Somit teilt die Schweinegrippe das Schicksal ihrer Vorgängerin, der Vogelgrippe. Man darf gespannt sein, was uns als nächstes von den Marketingexperten der Pharmaindustrie aufgetischt wird. Auch an der Börse sind dann wieder Überreaktionen zu erwarten. Das ist wohl des Menschen Art. Mit Goethe ließe sich sagen: „Der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag …“
Immerhin zeigt sich auch hier, dass ein eigenes kritisches Urteil mehr wert ist als ein reflektionsloser Gehorsam gegenüber Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Fünf Jahre LOYS Global mit Fondsmanager Dr. Christoph Bruns:

Vor genau fünf Jahren übernahm ich das Fondsmanagement des LOYS Global. Heute darf man feststellen, dass es sich insgesamt um fünf sehr bewegte Börsenjahre handelte. Während 2005 und 2006 gute Börsenjahrgänge darstellten, kippte die Richtung des Marktes im Juli 2007 um 2008 einen der stärksten Kurseinbrüche der Geschichte zu verzeichnen. Im Jahr 2009 wurde dann ein Großteil der Kursverluste des Vorjahres wieder aufgeholt. Beim Weltindex MSCI steht für die letzten fünf Jahre ein magerer Zuwachs von ca. 4,65 % zu Buche. Fünf Jahre sind in der Kapitalanlagewelt ein maßgeblicher Zeitraum. Und die Zeit selber ist bekanntlich die „Enthüllerin der Dinge“, wie es in Cervantes Don Quijote heißt. Die Fünfjahresperiode besitzt hinreichende Länge, um über die Qualität eines Fonds und damit auch des Fondsmanagers gehaltvolle Aussagen zu treffen. Daher möchte ich im Folgenden die Entwicklung des LOYS Global des näheren beleuchten. Dazu ist es notwendig, zunächst die Anlageziele in Erinnerung zu rufen, die vor fünf Jahren formuliert wurden. Hierzu zitiere ich meinen damaligen Einführungstext an die Anleger des LOYS Global:

„Sehr geehrte Investoren im LOYS Global Fonds,

ich habe heute das große Vergnügen, mich Ihnen heute als neuer Fondsmanager des LOYS Global vorstellen zu dürfen. Dabei möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen über meine Anlagephilosophie und meinen Arbeitsstil kurz zu berichten. Bevor ich das tue, darf ich Ihnen zunächst mitteilen, dass ich selbst bereits Anteilseigner des LOYS Global Fonds geworden bin. Und dies aus zwei Gründen. Erstens bin ich überzeugt, dass so etwaigen Interessenkonflikten aus dem Weg gegangen werden kann. Zweitens erhöht dieser Schritt meine Motivation zusätzlich, alles zu tun, um in den vor uns liegenden Jahren anspruchsvolle Anlageergebnisse zu erzielen.
Wie Sie soeben gelesen haben, denke ich in Jahren und nicht in Wochen, Monaten oder Quartalen. Zur Erzielung guter Anlageergebnisse ist nach meinem Dafürhalten ein mehrjähriger Anlagehorizont absolut unabdingbar. Das ständige Schielen auf kurzfristige Wertentwicklungsvergleiche verzerrt den Blick auf das Wesentliche und verführt zu hektischem Aktionismus. An dieser Stelle ist wohl ein Wort darüber angebracht, welche Anlageziele ich vor Augen habe. Mein Ziel ist es, im mehrjährigen Vergleich eine Wertentwicklung unseres Anteilswertes zu erzielen, die oberhalb der Entwicklung einschlägiger Vergleichsanlagen liegt. Insbesondere sollte es im Laufe der Zeit möglich sein, bessere Ergebnisse zu erzielen als internationale Aktienindizes es tun.
Um diese anspruchsvolle Zielsetzung zu erreichen, ist neben einer längerfristigen Ausrichtung zusätzlich gründliche Analyse und mitunter zupackender Mut erforderlich. Die gründliche Analyse bezieht sich vor allem auf die einzelnen Aktien, die sich als potentielle Kandidaten für unseren Fonds anbieten. Ich versichere Ihnen, dass ich jede Aktie, die Sie in dem DG Lux Loys Dynamik Global Fonds sehen, einer gründlichen Analyse unterziehen werde. Ich selber bin derjenige, der die Analyse vornimmt. Denn ich glaube nicht, dass man diesen wichtigen Teil der Anlageentscheidung Dritten überlassen darf.
Unser Fonds orientiert sich nicht an irgendeinem von Marketingexperten ersonnenen Anlagestil. Die Vokabeln Wachstum, Substanz und Rendite spielen für mich ebenso wenig eine Rolle wie Konzentrationen auf irgendwelche Länder, Branchen oder Anlagethemen. Stattdessen suche ich nach unterbewerteten Aktien mit ausgeprägtem zukünftigem Wertsteigerungspotential. In der Regel mache ich einen Bogen um Verlustunternehmen (Infineon etc.), Hoffnungswerte (wie z.B. Ballard Power etc.) und heiße Aktien (derzeit z.B. Ebay oder Apple). Ich bin kein Spekulant. Vielmehr verhalte ich mich wie ein Investor in dem von Warren Buffett praktizierten Sinne. Zwar verpasst man dadurch gar manche große „Börsenstory“, jedoch schützt diese Mentalität recht gut vor den großen Börsenkatastrophen (Enron, EMTV etc.). Von einem Unternehmen erwarte ich, dass es sich eigentümerorientiert verhält. Ansonsten kommt es für mich als Anlage nicht in Frage. Ich habe allerdings eine Vorliebe für solche Titel, bei denen sich die operativen Margen erhöhen. Außerdem mag ich es, wenn man Katalysatoren für eine zukünftige Verbesserung des Geschäftes erkennen kann. Wichtig ist aber stets, dass die Unternehmen deutlich unterbewertet sind. Vereinfacht lässt es sich folgendermaßen zusammenfassen: Für einen Euro zukünftigen Unternehmensgewinn bin ich angesichts der stets bestehenden Zukunftsrisiken nicht gewillt, mehr als 70 Eurocent zu bezahlen. Und falls ich keine dementsprechenden Aktien finde, ziehe ich es vor, Liquidität zu halten, bis sich wieder Gelegenheiten auftun.“

Damals hieß es, der LOYS Global solle gegenüber den einschlägigen internationalen Aktienindizes Mehrwert stiften. Des weiteren wollten wir festverzinsliche Anlagen wie Termingelder und insbesondere Staatsanleihen in ihrer Wertentwicklung übertreffen. Und schließlich war ich der Meinung, mit einem Wertzuwachs von 10 % pro Jahr sehr zufrieden sein zu wollen. Für viele Anleger war aber am wichtigsten, dass wir dem Erhalt des eingesetzten Kapitals hohe Priorität beimäßen.

Heute dürfen wir feststellen, dass fast alle Ziele erreicht wurden. Mit einer Wertsteigerung von 29,5% (4,74 % p.a.) seit dem 1.1.2005 haben wir nicht nur nahezu alle relevanten Wettbewerber und Aktienindizes übertroffen, sondern auch gegenüber Termingeld und Staatsanleihen gut abgeschnitten. Freilich war der LOYS Global während der letzten fünf Jahre nicht frei von erheblichen Preisschwankungen. Hierzu ist festzustellen, dass Kursschwankungen zur Natur der Aktienanlage gehören und oft als Risiko der Aktienanlage definiert werden. Wir stimmen dieser Definition nicht zu. Selbst die konservativsten Aktien weisen im Zeitablauf schwankende Kurse auf. Man könnte sagen, dass die Schwankungen der Preis für die überlegene langfristige Wertentwicklung bei Aktien sind. Es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass die Marktschwankungen für denjenigen, der damit umzugehen weiß, große Chancen mit sich bringen. Wie sollte man etwa eine vorzügliche Aktie unterbewertet kaufen können, wenn ihr Kurs nicht schwankte? Erst die Launigkeit der Börse versetzt uns in die Lage, Gutes zuweilen billig kaufen zu können. Der LOYS Global hat davon stark profitiert, wie der Vergleich mit dem MSCI Welt und EUROSTOXX 50 eindrucksvoll belegt. Denn neben Aktienauswahl und -gewichtung spielt insbesondere der bezahlte Einstiegspreis eine entscheidende Rolle für den Anlageerfolg. Genau hier sind die Gründe dafür zu suchen, warum der LOYS Global eine wesentlich bessere Wertentwicklung aufzuweisen hat, als der geeignete Vergleichsindex MSCI Welt TR net €.

Wertentwicklungsvergleich vom 31.12.004 bis 31.12.2009
(Grafik siehe Investorenbrief im PDF-Format)

Wertentwicklung des LOYS Global:    29,53%
gegenüber dem MSCI Welt TR net €:   4,65%

Bemerkenswert ist außerdem die Stetigkeit in der erzielten Mehrwertstiftung. Wie sich zeigt, konnte der LOYS Global in jedem Jahr der in Rede stehenden Fünfjahresperiode einen Mehrwert gegenüber dem Weltindex MSCI Welt TR net € erwirtschaften.

Mehrwert des LOYS Global gegenüber dem MSCI Welt TR net € vom 31.12.2004 bis 31.12.2009
(Grafik siehe Investorenbrief im PDF-Format)

Annualisierte Outperformance: 4,74%

Zu ähnlich vorteilhaften Resultaten gelangt der Vergleich mit Wettbewerbern. Im Fünfjahresvergleich rangiert der LOYS Global im angesehenen „fondsmeter Ranking“ unter den besten 10% aller international investierenden Aktienfonds.

Interessant ist auch die Frage, wie der LOYS Global gegenüber solchen internationalen Fonds abschneidet, die in den deutschen Kundendepots stark vertreten sind. Wie sich dabei zeigt, kann der LOYS Global diesen Vergleich bezüglich der Wertentwicklung und des Risikos sehr gut aushalten. Man findet geradezu die seit Jahren bekannte Erkenntnis bestätigt, dass Fonds mit zunehmender Größe schwächere Anlageergebnisse erwirtschaften.

Chance- / Risiko-Übersicht mit internationalen Flaggschiff-Aktienfonds
(Grafik siehe Investorenbrief im PDF-Format)

Logische Folge der erzielten Ergebnisse ist die Vergabe der Höchstbenotung durch die Fondsanalysten des Hauses Sauren.

Fünf Jahre LOYS AG mit Dr. Bruns

Mein damaliger Entschluss, bei LOYS als Fondsmanager und Gesellschafter einzusteigen, hat sich als glücklich erwiesen. Weil LOYS seinerzeit recht klein war, konnte ich mich maßgeblich als Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligen. Und mit dem damals noch LOYS Dynamik Global benannten Aktienfonds fand ich ein Produkt vor, dass nach einer inhaltlichen Neuausrichtung alle Voraussetzungen bot, meine Überzeugungen von sinnvoller Aktienanlage konsequent zu verwirklichen. Es war dieser unternehmerische Antrieb, der mich bewog, mit vollem Engagement den Auf- und Ausbau von LOYS mit zu gestalten. Mit Hilfe meiner Vorstandskollegen Dr. Heiko de Vries und Frank Trzewik gelang bereits nach kurzer Zeit die konsequente Neupositionierung der Gesellschaft. Der LOYS Dynamik Global wurde in LOYS Global umbenannt. Durch die Auflegung des LOYS Global MH Im Jahr 2006 avancierte LOYS zum erfolgreichen Pionier auf dem deutschen Hedgefondsmarkt. Die Gesellschaft LOYS wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, an der der Vorstand 90% der Anteile hält. Ihre Unabhängigkeit unterstreicht die LOYS AG durch den gediegenen Firmensitz in der unternehmenseigenen ‚Villa LOYS’. Inhaltlich konzentriert sich LOYS auf die Erbringung von Spitzenleistungen im Segment aktiven internationalen Aktienfondsmanagements Mit einem verwalteten Anlagevolumen von ca. 135 Millionen Euro, einer starken Leistungsbilanz und hohen Bekanntheitswerten ist LOYS mittlerweile im deutschsprachigen In- und Ausland als Fondsmanagementhaus fest etabliert.

Unsere Kunden schätzen an LOYS u. a. die spürbare unternehmerische Motivation, die persönliche Betreuung durch Vorstände der Gesellschaft, unsere Flexibilität, völlige Transparenz und nicht zuletzt unsere Unabhängigkeit. Wir werden alles daran setzen, diese Qualitäten in den kommenden fünf Jahren fortzuführen und auszubauen. Dabei kommt uns die hohe strukturelle und anlagephilosophische Stabilität bei LOYS sehr zugute, um die uns viele Wettbewerber beneiden. LOYS ist frei von den branchenüblichen Sachzwängen, stets neue Fondskonzepte an Kunden verkaufen zu müssen. Angesichts der Personenidentität von Vorständen und Eigentümern und hoher Eigenanlagen in unseren Fonds sind wir frei von Interessenkonflikten. Unser Erfolg hängt ausschließlich am Erfolg unserer Kunden mit den LOYS Global Fonds. Dies ist der klassische Weg guten Unternehmertums, dem wir uns verpflichtet fühlen.

Sonderthema „Risiko“

„Es ist ein Risiko, Aktien zu besitzen. Ein noch größeres Risiko ist es, keine Aktien zu besitzen.“ Dieses Bonmot deutet die weitverbreitete Konfusion unter Anlegern bezüglich des Themas „Risiko“ an. Allgemein ist die Einstellung weit verbreitet, Aktienanlagen seien besonders riskant. Aber weite Verbreitung verbürgt nicht Wahrheit. Ebenso wie beim Fliegen, das als besonders riskant gilt, weisen die Statistiken eine andere Antwort aus, je nachdem aus welchem Blickwinkel man auf die Fragestellung schaut. Immerhin sterben im Straßenverkehr allein in Deutschland pro Jahr mehrere Tausend Menschen. Das Flugbeispiel eignet sich deshalb gut zum Vergleich mit Aktienanlagen, weil die Gefahr jeweils vom unsachgemäßen Umgang mit der Sache ausgeht. Bei sachgemäßem Umgang erweisen sich Fliegen und Geldanlage in Aktien jedoch als unübertroffen attraktiv. Durch Fliegen erreicht man sein Reiseziel wesentlich schneller und durch die sachgemäß betriebene Aktienanlage erreicht man anspruchsvolle Anlageziele mit höherer Wahrscheinlichkeit.

Aber die Unterschiede müssen ebenfalls gesehen werden. Grundvoraussetzung beim Fliegen ist funktionierende Technik. Bei der Aktienanlage muss man hingegen Zeit mitbringen. Die Vorteile des Fliegens werden in den Dimensionen Zeit und Distanz gemessen. Bei Aktienfondsanlagen geht es um Vermögenswertzunahmen in Geldeinheiten. Das Instrumentarium zur Feststellung der Vorteilhaftigkeit des Fliegens und der Geldanlage in Aktien ist die Statistik. Sie fällt eindeutig aus. Fliegen erweist sich als schnelles und sicheres Fortbewegen ebenso wie Aktienanlagen langfristig überlegene Wertsteigerungen aufweisen. Probleme treten beim Fliegen  auf, wenn menschliches und oder technisches Versagen sich einstellt. Turbulente Wettersituationen stellen potentielle Gefahren dar. Umgekehrt ist es am Aktienmarkt. Dort stellen Turbulenzen, wie wir sie zuletzt erlebt haben, große Chancen dar, sofern man damit umzugehen versteht.

Gefahren rühren bei der Aktienanlage aus zu großem und sorglosem Optimismus, der erfahrungsgemäß für überzogene Preise bei Aktien sorgt. Man erinnere sich an die Internetphantasie zum Ende des letzten Jahrhunderts, als unglaubliche Gewinnerwartungen ins Kraut schossen. Das Ende ist bekannt und brachte damals außergewöhnliche Kurschancen bei solchen Unternehmen mit sich, die kein Internetgeschäft betrieben und doch in den Strudel der Kursrückgänge gezogen wurden. In der jüngsten Krise war es ganz ähnlich. Sachgemäßer Umgang mit Aktien erfordert erstens die Fähigkeit zur gründlichen Analyse des Anlagegegenstands ‚Unternehmen’, zweitens ein genaues Verständnis der Wirkungsweisen von Finanzmärkten und drittens ökonomische Streuung. Liegen diese Eigenschaften vor, dann dürfte die Gefahr eines unwiederbringlichen Verlustes von eingesetztem Kapitals sehr gering sein und mit zunehmender Zeit sogar gegen Null tendieren. Die Gefahr eines unwiederbringlichen Verlustes des eingesetzten Kapitals wird von LOYS als das wahre Risiko der Aktienfondsanlage angesehen.
Ebenso wie ein erfahrener und kompetenter Pilot die beste Gewähr für einen sicheren Flug ist,  kommt es bei der Aktienfondsanlage entscheidend auf den Fondsmanager an.

Fünfjahresausblick

Die vor uns liegenden Jahre sind von Chancen und Gefahren gleichermaßen gekennzeichnet. Es gibt keinen Grund der Geldanlage in guten börsengehandelten Unternehmen besondere Skepsis entgegenzubringen. Im Gegenteil: Die Beteiligung an guten Unternehmen zu günstigen Preisen sollte auch künftig das Klügste sein, was ein Anleger, der hinreichend Zeit mitbringt, tun kann. Der hierzulande oftmals anzutreffende Skeptizismus erscheint uns unangebracht. Angesichts der demographischen Herausforderungen in Deutschland und vielen anderen Ländern des Westens sind höhere Aktienengagements und eine globale Investmentperspektive unerlässlich. Die Hauptalternative zur Aktienanlage, die langfristige Staatsanleihe, ist derzeit unattraktiv und angesichts der staatlichen Verschuldungsorgien sogar riskant.

Investorentreffen am 4. März

Zum Abschluss unserer Ausführungen laden wir Sie herzlich zu unserem nunmehr VI. LOYS - Investorentreffen am 4. März nach Oldenburg ein. Dort werden wir Ihnen in gewohnt informativer und transparenter Form über unseren Umgang mit Ihrem Geld berichten und auch einen weitergehenden Ausblick auf das Jahr 2010 geben. Zudem erwarten wir das Referat des Vorstandsvorsitzenden der CEWE Color AG. Sie bekommen dadurch Gelegenheit, sich aus erster Hand ein Bild über die unternehmerische Qualität eines Unternehmens zu machen, das im LOYS Global derzeit enthalten ist. Auf unserer Internetseite www.loys.de finden Sie hierzu und zu den oben angesprochenen Aspekten weitere Informationen, wenn Sie wünschen.

Ihr Fondsmanager und Mitinvestor                                                                                                    

Dr. Christoph Bruns                                                            
Chicago, am 14. Januar 2010                                      

Alle Investorenbriefe im Überblick:

Jubiläum

Fondsinformation

LOYS GLOBAL

Aktueller Anteilspreis
(Stand: 30.07.2010)
15,05 €

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LOYS Global MH A

Aktueller Anteilspreis
(Stand: 27.07.2010)
123,65 €

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LOYS Global MH B

Aktueller Anteilspreis
(Stand: 27.07.2010)
120,65 €

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