Halbleiteraktien gelten als große Gewinner des KI-Zeitalters. Doch Dr. Bruns warnt vor überzogenen Erwartungen. Der Boom ist real: Künstliche Intelligenz braucht enorme Rechenleistung, Speicherchips, Rechenzentren, Energie, Glasfaser, Kupfer und Kommunikationstechnik. Doch genau diese Fantasie ist an der Börse vielfach bereits eingepreist.
Dr. Bruns sieht die Branche deshalb nicht am Ende, aber in einer gefährlichen Phase. Viele Bewertungen sind stark gestiegen, auch wenn das allein noch keine Trendwende auslösen muss. Für einen Kursrutsch bräuchte es einen Katalysator – etwa eine Gewinnwarnung eines großen Chipherstellers oder enttäuschende Margen trotz hoher Nachfrage.
Besonders kritisch sieht Dr. Bruns die Abhängigkeit von den riesigen KI-Investitionen der Techkonzerne. Meta, Microsoft, Alphabet oder Oracle stecken Milliarden in Rechenkapazitäten. Doch ob sich diese Ausgaben dauerhaft rechnen, ist offen. Sollten Aktionäre höhere Ausschüttungen statt immer neuer KI-Ausgaben verlangen, könnte der Investitionsboom ins Stocken geraten.
Für Privatanleger empfiehlt Dr. Bruns breite Streuung. Wer über Indizes investiert ist, hat häufig bereits erhebliches KI- und Halbleiter-Exposure im Depot. Chancen gibt es nicht nur bei Chipherstellern, sondern auch bei Zulieferern für Rechenzentren, Energie, Datenübertragung und Infrastruktur.