Zu den sichtbar gewordenen Erscheinungen des Jahres zählt der hurtige Abstieg Europas. Eine Kombination aus falschen Prioritäten, moralischer Anmaßung, großer Staatsgläubigkeit, Überalterung und ausgeuferter Regelungs- und Verwaltungswut hat zur wirtschaftlichen Stagnation und politischen Apathie des Kontinents geführt. Etliche europäische Länder tun sich schwer, handlungsfähige Regierungen zu bilden. Zusätzliche Staatsschulden, mehr staatliches Engagement und niedrige Zinsen erscheinen den Politikern als Ausweg. Durchgreifende Reformen zur Verbesserung der Standortbedingungen finden keine Mehrheiten. In Frankreich werden Reformen zurückgedreht, in Deutschland sind sie weitgehend ausgeblieben. Ein Freihandelsabkommen mit südamerikanischen Staaten scheitert nach 25 Jahren Verhandlungsdauer am europäischen Protektionismus. Die überalterten Bevölkerungen in Europa wollen indessen den Status quo bewahren, wie die Reformunfähigkeit bei der deutschen Rentengesetzgebung einmal mehr gezeigt hat. Die Sprache selbst ist Beleg für die beschrittenen Irrwege. Während in Russland der Krieg als ´Spezialoperation´ bezeichnet wird, tituliert die deutsche Regierung ihre Verschuldung als ´Sondervermögen´. Besser wäre es, das Kind beim richtigen Namen zu nennen.
Und die Börse? Die hatte einen ungewöhnlich guten Jahrgang. Sinkende Zinsen und eine Hochkonjunktur im Bereich der Künstlichen Intelligenz sorgten für Fantasie und Rückenwind. Dieser war stärker als die Beeinträchtigungen, die durch amerikanische Zölle gegenüber Freund und Feind entstanden sind. Auch die Hartleibigkeit der Inflation tat der per saldo guten Börsenstimmung keinen Abbruch. Immerhin trug die Geldentwertung zu einem fortgesetzten Kursaufschwung bei Gold, Silber und Platin bei.
Spannende Entwicklungen waren indessen an den Anleihemärkten zu beobachten. Die Renditen zehnjähriger japanischer Anleihen überstiegen erstmals seit vielen Jahren die Marke von 2 %, nachdem die Notenbank in Tokio die Leitzinsen auf 0,75 % anhob. Zwar wurde dadurch die Talfahrt der Landeswährung Yen nicht beendet, jedoch schwinden die Zinsdifferenzen des Yen zu anderen Währungen. Zu den Überraschungen des Jahres zählte gewiss die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Offenbar zogen sich Investoren aus dem Dollarraum zurück. Am deutschen Anleihenmarkt gab es eher unerfreuliche Nachrichten. Während die Leitzinsen durch die EZB auf 2 % zurückgeschraubt wurden und damit wieder negative Realzinsen am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve zu beobachten sind, erlitten Bundesanleihen zehnjähriger Laufzeit Kursverluste angesichts der riesigen Schuldenpakete der neuen Regierung.
Die Aktienfonds der LOYS AG erlebten einen sehr heterogenen Jahrgang 2025. Während LOYS Global, LOYS Aktien Europa, LOYS Premium Dividende und LOYS Premium Deutschland unbefriedigende Resultate erwirtschafteten, konnte der Vates Aktien USA an die spektakulären Resultate der Vorjahre nahtlos anschließen. Und der größte LOYS-Fonds, der LOYS Philosophie Bruns, legte einen Prädikatsjahrgang auf das Parkett. Auf das neue Jahr blickt das Fondsmanagement nicht ohne Optimismus, zumal die bewährte wertorientierte, granulare und inkrementelle Anlagestrategie des LOYS Philosophie Bruns auch bei den anderen LOYS-Fonds konsequente Anwendung finden soll.
Ihr Fondsmanager und Mitinvestor
Dr. Christoph Bruns
Chicago, 31.12.2025